Wirtschaftsinformatik an der University of Twente Enschede in den Niederlanden studieren
Informationen über den Studiengang
Bachelor: 3 Jahre
Master: 2 Jahre
Für Unternehmen ist die Informationstechnik (IT) ein überlebenswichtiger Faktor. Ein Beispiel ist die Fluggesellschaft KLM, deren Buchungssystem den Kern des Unternehmens bildet. Die meisten Flugscheine werden schon heute im Internet ausgewählt und gebucht. Seit Kurzem kann der Fluggast über das Internet einchecken, den Flugzeugsitz anklicken und die Bordkarte selbst ausdrucken. Doch hinter den Kulissen der KLM reicht der Einsatz der Informationstechnik noch viel weiter. Mit intelligenten IT-Systemen wird nach der Beziehung zwischen Ticketpreisen, Flugstrecken und Zeiten gesucht. Bei welchen Preisen ist das Flugzeug voll besetzt? Wie viel Mal pro Woche muss Tokio angeflogen werden? Fragen dieser Art kann die KLM nur mithilfe modernster Informationstechnik beantworten. Auf Schiphol setzt die KLM bei der Gepäckabfertigung seit Neuestem RFID-Funktechnik für die Erkennung der Gepäckstücke ein.
„Hallo, ich bin Pim Dietz und studiere im ersten Jahr Wirtschaftsinformatik. Ich war schon immer an Informatik interessiert. Ich wollte aber mehr als pure Informatik, denn das Betriebsleben erschien mir neben der Informatik auch wichtig, und deswegen passt der Studiengang Wirtschaftsinformatik an der Universität Twente sehr gut zu mir. Als Experte, der sowohl Informatik als auch Wirtschaft beherrscht, kann ich mit Managern und Informatikern sprechen, denn ich kenne mich auf beiden Gebieten gut aus. Damit lässt sich eine Brücke zwischen beiden schaffen. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Entschluss, hier zu studieren. Alles, was ich interessant und toll finde, ist auch in meinem Studium wiederzufinden: viele Projekte, Praktika, nette Kommilitonen und interessierte Kollegen, wobei auch die Kommunikation mit den Dozenten regelmäßig stattfindet.“
Wirtschaftsinformatik an der Uni Twente
Bei dem Studium der Wirtschaftsinformatik handelt es sich um eine Kombination aus den Fachrichtungen Betriebswirtschaft und Informatik. Dabei wird das umfassende Wissen genutzt, das auf dem Gebiet von Informationstechnik, Organisation, Kommunikation und Entwurfsverfahren verfügbar ist. Das macht diesen Studiengang zu einer einzigartigen Ausbildung.
Darüber hinaus wird intensiv mit Unternehmen zusammengearbeitet. In den Vorlesungen und Seminaren treten denn auch regelmäßig Gastdozenten aus der Praxis auf. Wie schafft man es, ITSysteme so zu entwickeln und einzuführen, dass sowohl das Unternehmen als auch dessen Kunden einen Nutzen daraus ziehen? Wie kann man effektiv dazu beitragen, dass IT-Manager bessere Entscheidungen treffen? Den Studenten werden Beispiele gelungener und fehlgeschlagener Automatisierungsprojekte gezeigt, wodurch sie lernen, von welchen Faktoren der Erfolg abhängt.
Ein Beispiel ist der Navigationsgerätehersteller TomTom. Wie ist es dem Unternehmen gelungen, in kurzer Zeit zum Weltmarktführer bei tragbaren Navigationssystemen aufzusteigen? Wie entwickelt man diese sehr benutzerfreundlichen IT-Systeme?
Die Entwicklung und Einführung von Systemen in Unternehmen ist der Kern der Wirtschaftsinformatik. Dabei hat man immer sowohl die Technik als auch den Menschen im Blick.
Während des Master-Studiums wird ausgiebig auf die Möglichkeiten eingegangen, die die Informationstechnik bei der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Unternehmen bietet.
Wirtschaftsinformatiker
Der Wirtschaftsinformatik-Fachmann ist in der Lage, diese Zusammenarbeit zu analysieren und die Abläufe ebenso wie den Informationsaustausch zu skizzieren. Vermittelt wird dieser Stoff in Praxisprojekten, wie zum Beispiel der Smartcard für den öffentlichen Verkehr, in deren Rahmen die Niederländischen Eisenbahnen und alle örtlichen Verkehrsbetriebe miteinander kooperieren.
Das Bachelor-Studium
Die Bachelor-Ausbildung besteht aus einem Mix mit 30% Betriebswirtschaft, 30% Informatik, 10% Mathematik und 30% Integrationsfächern, in denen die beiden Fachgebiete zusammengeführt werden.
Betriebswirtschaft
In einer Reihe von BWL-Fächern wird den Studenten das Verständnis der Kernfunktionen eines Unternehmens vermittelt, wie Produktion, Finanzen, Marketing, Einkauf und so weiter. Sie lernen, wie sich die Produktivität einer Abteilung und ihrer Mitarbeiter durch den Einsatz von Informationstechnik verbessern lässt. Darüber hinaus wird ihnen beigebracht, wie man die aktuelle Arbeitsweise von Mitarbeitern eines Unternehmens analysiert und über mögliche Verbesserungen nachdenkt. Ein Beispiel ist das Fach „Management und Organisation“, in dem es um die Funktionsweise von Organisationen und das Verhalten von Belegschaft und Unternehmensleitung geht. Anhand praktischer Fallbeispiele und der Fachliteratur gewinnen die Studenten Einblick in die Komplexität von Management und Organisationen, sie lernen die Grundbegriffe kennen, und es wird ihnen der Sinn einer systematischen Vorgehensweise klargemacht.
Informatik
Der Einsatz fortschrittlicher IT-Systeme, die es einem Unternehmen ermöglichen sollen, die Arbeit rationeller zu gestalten, bildet den Kern des Studiums. Um dies zu erreichen, muss man in der Lage sein, den Blick über die Grenzen der verschiedenen Abteilungen eines Unternehmen zu richten. Dieser Aspekt wird in dem Fach „Betriebliche Informationssysteme“ erörtert. Dabei lernen die Studenten die Möglichkeiten und Beschränkungen der Informationstechnik kennen. Wie entwickelt man ein IT-System? Genügt eine Standard- Software, oder bedarf es einer maßgeschneiderten Lösung? Man muss in der Lage sein, mit Informationstechnikern zusammenzuarbeiten und sich mit ihnen zu verständigen. Die Studenten lernen zu programmieren, werden jedoch später nicht selbst Programmierer. Ein Beispiel ist das Fach „Programmieren 2“. Dort werden den Studenten die Grundprinzipien der objektorientierten Programmierung anhand der Programmiersprache Java beigebracht.
Integrationsfächer
Das Fach „Kommunikation und Entwurfsarbeit in IT-Projekten“ ist ein gutes Beispiel für ein Integrationsfach. Darüber hinaus lernen die Studenten die berufliche Praxis kennen. In diesem Fach wird eine Reihe von Feldern behandelt. So werden den Studenten Fähigkeiten auf dem Gebiet der Kommunikation vermittelt, und sie lernen, wie man auf professionelle Weise in einer Projektorganisation zusammenarbeitet. An dritter Stelle steht das entwurfsbezogene Konzept. Im Verlauf des Integrationsprojekts erfährt der Student, wie und in welchen Phasen ein System vom Augenblick der Auftragserteilung an entworfen und verwirklicht wird. In einem Projekt, das von einem echten Unternehmen in Auftrag gegeben wird, wird das erlernte Wissen in der Praxis zur Anwendung gebracht. Das System wird im Team entworfen und eingerichtet.
Die Fächer des ersten Studienjahres im Überblick
- Programmieren
- Finanzen und Rechnungswesen
- Kommunikation und Entwurfsarbeit in IT-Projekten
- Betriebliche Informationssysteme
- Produktionsmanagement
- Informationssysteme
- Management und Organisation
- Lineare Algebra
- Integrationsprojekt
Während der Bachelor-Phase wird in vielen der Fächer mit Praktika und Projekten gearbeitet. So arbeitet man in dem Fach „BIT B.V.“ mit einem Team von Studenten für ein Unternehmen an einem Vorschlag für ein neues IT-System. Das Team stellt der Unternehmensleitung die Pläne vor. Doch aufgepasst, es gibt Konkurrenz durch ein anderes Team von Studenten. Den Zuschlag erhält man nur, wenn man die beste Kombination aus innovativer IT, wirtschaftlicher Realisierbarkeit und intelligenter Organisation bieten kann.
3. Jahr
Im dritten Studienjahr wird ein Minor absolviert. Dies ist die ideale Gelegenheit, die Bachelor-Ausbildung auf die eigenen Interessengebiete abzustimmen. Ist das Minor erfolgreich absolviert worden, so wird mit dem Bachelor-Referat begonnen. Dies beinhaltet eine Studie zur Anwendung der Informationstechnik in Unternehmen. Zur Wahl steht eine breite Palette von Projekten, die mit der laufenden Forschung der Universität im Zusammenhang stehen. Die große Vielfalt innerhalb des Fachgebiets Wirtschaftsinformatik ist daran gut zu erkennen.
Ein Griff aus den Bachelor-Referaten der jüngeren Zeit:
- Wie können Online-Games von Managern nutzbringend eingesetzt werden?
- Weshalb wird E-Mail, die am weitesten verbreitete IT Anwendung der Welt, von Großunternehmen bisher so schlecht genutzt?
- Wie kann ein Krankenhaus die elektronische Patientenakte einführen?
- Wie verbessert man die Zusammenarbeit zwischen Teams, die über die ganze Welt verteilt sind?
- Was macht den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg für einen Musik-Download-Service im Internet aus?
Die Ergebnisse der Studie werden auf einem Bachelor-Kongress präsentiert. Es wird niemanden verwundern, dass aufsehenerregende Untersuchungen des Öfteren Erwähnung in der Presse finden. Ist die Arbeit an dem Bachelor-Referat abgeschlossen, so wird dem Studenten das Bachelor-Diplom verliehen, mit dem er sich Bachelor of Science (BSc) nennen darf. Er verfügt damit über eine abgeschlossene Grundausbildung von Weltniveau, die von der Niederländisch-Flämischen Akkreditierungs-organisation (NVAO, Nederlands-Vlaamse Accreditatie-organisatie) anerkannt wird, und qualifiziert sich für das Master-Studium.
Das Master-Studium
Hat der Student die Bachelor-Phase erfolgreich absolviert, so erhält er Zugang zu dem zweijährigen Master-Studium „Business and Information Technology“. Das gesamte Studienprogramm ist in englischer Sprache. Beendet wird die Master-Ausbildung mit einer Abschlussarbeit. Liegt diese vor, so erhält der Student das Master-Diplom, sodass er sich fortan Master of Science (MSc) nennen darf.
Während der Master-Phase arbeiten die Studenten an den neuesten Innovationen und Herausforderungen auf dem Gebiet der Wirtschaftsinformatik. Unternehmen entwickeln immer mehr, immer neuere und immer bessere Produkte und Dienstleistungen. Man denke an die Parkgebühr, die mit dem Mobiltelefon bezahlt werden kann. Oder an das Krankenhaus, das die Arzneimittel nicht mehr selbst bestellt, sondern dem Lieferanten den Auftrag erteilt, für ausreichende Bestände zu sorgen.
Der Austausch von Informationen zwischen Unternehmen und eine gemeinsame Planung bieten viele Vorteile; Voraussetzung dafür ist allerdings, dass IT-Systeme gekoppelt und integriert werden können. Das Wissen, das für die technische und organisatorische Durchführung benötigt wird, unterliegt raschen Veränderungen. Das Master-Studium widmet sich in Fächern und Fallstudien diesem Thema. In Zusammenarbeit mit Unternehmen wie TNO, Cap Gemini und Cordys wird in Praktiken ein realistisches Integrationsprojekt ausgearbeitet, bei dem jedes Studententeam die Rolle eines Unternehmens spielt. Schnell wird deutlich, dass nicht nur technisches Wissen gefragt ist, sondern die Beteiligten auch über gute Kommunikationsfähigkeiten und Verhandlungsgeschick verfügen müssen.
Berufliche Perspektiven
Das Studium der Wirtschaftsinformatik bietet dem Absolventen eine ideale Ausgangsposition für eine Laufbahn an der Schnittstelle zwischen Management und Informatik. Unsere Studienabgänger sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt; man begegnet ihnen in allen Sektoren, ob in der Rolle von Unternehmensanalysten, Beratern, IT-Managern, Informationsarchitekten, Prozess-Designern oder Projektleitern. Das ist auch das Schöne an diesem Berufszweig: Jeder kann auf dem Gebiet arbeiten, das ihn am meisten anspricht, denn überall werden Leute gebraucht, die Brücken zwischen Informationstechnik und kaufmännischem Können schlagen können.
Man kann für den eigentlichen ITAnwender arbeiten oder als Berater in einer Unternehmensberatung oder einem Automatisierungsunternehmen, sodass man an immer wieder neuen Projekten beteiligt ist. Oder soll es vielleicht eine Laufbahn in Forschung und Entwicklung sein? Der Markt für viele IT-Dienstleistungen ist international. Das bedeutet, dass sich der Student auch für die Arbeit mit ausländischen Unternehmen oder im Ausland entscheiden kann.
Anmeldung
Die Anmeldung für dieses Bachelor-Studium erfolgt über www.studielink.nl, wo man die Studienbezeichnung „Bedrijfsinformatietechnologie“ (Wirtschaftsinformatik) wählt.
Weitere Informationen zum Studium in den Niederlanden an der University of Twente
- Besuche das Hochschulportrait der University of Twente
- Hier gehts zum Bestellformular für eine Broschüre der Uni Twente














