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Technische BWL an der University of Twente Enschede in den Niederlanden studieren

Informationen über den Studiengang

Bachelor: 3 Jahre

Master: 2 Jahre

Organisationen und Unternehmen funktionieren nicht von allein. Sie müssen Umsatz machen und Gewinn erzielen, auf die Wünsche von Kunden reagieren und den Bedürfnissen der Belegschaft Rechnung tragen. Es ist daher notwendig, sie richtig zu führen. „Betriebswirtschaft“, so wird jetzt jeder denken. Doch um zu überleben, muss man sich in den Unternehmen ständig Gedanken über technische Entwicklungen machen, laufend überlegen, welche technischen Änderungen nützlich für das Unternehmen sind und zugleich über die möglichen Folgen für die Arbeitnehmer nachdenken. Der Schwerpunkt Technik ist es, der den Unterschied zur „normalen“ Betriebswirtschaft ausmacht.

Technische Betriebswirtschaft deckt ein großes Gebiet ab und gliedert sich in die Hauptfelder Wirtschaft, Mathematik und Technik. Man nehme das Beispiel einer Brauerei. Hier arbeitet man mit einem komplizierten Herstellungsverfahren: Vergären, Filtern, Abfüllen, Lagern, Transportieren und so weiter. Die Tanks fassen nur begrenzte Mengen, die Produkte sind nur begrenzt haltbar, und auch zur Lagerhaltung der Grundstoffe muss man sich die nötigen Gedanken machen. Ohne präzise Planung geht gar nichts. Allerdings muss noch überlegt werden, was im Laden verkauft wird, welche Bestände in den Vertriebszentren lagern und Ähnliches. Im Grunde geht es darum, dass die einzelnen Tätigkeiten (Lagerung, Transport, Produktion und so weiter) in der gesamten Kette optimal aufeinander abgestimmt werden. Das ist die Aufgabe des technischen Betriebswirts.

Hallo, ich bin Mary Anne de Haan aus dem zweiten Jahr technische Betriebswirtschaft. Nach meinem Besuch am Tag der offenen Tür ‚Technische Betriebswirtschaft‘ war meine Entscheidung nicht mehr schwer. Was mir an dem Studium besonders gefällt, ist die Kombination von so vielen verschiedenen Fachbereichen: Man lernt, mathematische Modelle aufzustellen, Menschen zu begleiten und zu motivieren oder auf die Konkurrenz einzugehen, und wie man sich bei Veränderungen auf dem Markt verhalten muss. So bekommt man auf verständliche Weise eine Übersicht von allen wichtigen Prozessen in einem Betrieb. Enschede ist nicht sehr groß und man begegnet dadurch überall Studenten – beim Einkaufen oder abends in einer Kneipe. Vielleicht treffen wir uns auch bald in den Straßen?“
Mary Anne de Haan, 2.Jahr

Technische BWL an der Uni Twente

Das Studium der technischen Betriebswirtschaft an der Universität Twente ist der Kombination von drei Fachgebieten gewidmet: Wirtschaft, Mathematik und Technik. Der Bereich Wirtschaft umfasst alles, was sich in den verschiedenen Abteilungen von Organisationen und Unternehmen abspielt: Marketing, Strategie, Personal und Verwaltung.
Mathematische Elemente spielen eine Rolle, wenn es um Produktion, Logistik und Finanzmanagement geht. Der Umgang mit dem Studienfach Mathematik ist dabei anders, als es die Studenten von ihrem früheren Schulfach Mathematik her gewohnt sind: Sie lernen, Modelle der Wirklichkeit aufzustellen und diese zu interpretieren. Zu diesem Zweck wird ein hoch mathematischer Ansatz gewählt, ohne dass man die Praxis aus dem Blick verliert.
Technik schließlich ist ein Faktor, der in fast allen Tätigkeitsbereichen von Unternehmen und Organisationen von Bedeutung ist: in Produkt-, Finanz - und Informationssystemen, in der Produktentwicklung und in Planungssystemen für Transport und Logistik. Zu den Fächern, in denen es um technische Entwicklungen geht, zählt zum Beispiel das Fach „Betriebliche Informationssysteme“, das Erläuterungen zur Datenverwaltung bietet.

Die drei Fachgebiete stehen miteinander in Beziehung, sodass die Studenten einen guten Einblick in die Wechselwirkung zwischen Mensch und Maschine erhalten. Kommunikative Fähigkeiten und Führungsqualitäten bilden dabei eine unverzichtbare Voraussetzung. Die Entwicklung derartiger Fähigkeiten wird in dem Studium der technischen Betriebswirtschaft an der Universität Twente auch mit Nachdruck gefördert.

Das Bachelor-Studium

Das Bachelor-Studium der technischen Betriebswirtschaft dauert drei Jahre. Gleich im ersten Jahr setzen sich die Studenten mit Themen aus dem täglichen Leben eines technischen Betriebswirts auseinander. So werden zum Beispiel Unternehmen besucht, die von den Studenten untersucht und analysiert werden. Im zweiten Studienjahr werden weitere praktische Erfahrungen gesammelt. In Projektgruppen entwerfen und modellieren die Studenten Prozesse und lernen voneinander, indem sie darüber diskutieren. Das dritte Jahr steht im Zeichen der Wahlmöglichkeiten und der Abschlussarbeit, die bei einem Unternehmen in den Niederlanden oder in einem anderen Land ausgeführt wird.

Fächer des ersten Studienjahres

1. Semester

Block 1: Marketing, Finanzen und Rechnungswesen, Mathematik und Programmieren


Block 2: Produktionsmanagement, Betriebliche Informationssysteme, Mathematik und Programmieren

2. Semester

Block 3: Management und Organisation, Informationssysteme, Deterministische Modelle in der operationellen Forschung


Block 4: Produktionssysteme, Mathematik und Programmieren, Projekt Technische Betriebswirtschaft: Prozesse und Prozesssteuerung

Die Bachelor-Abschlussarbeit

Im Rahmen der abschließenden Bachelor-Arbeit wenden die Studenten das Wissen, das sie in den Jahren zuvor gesammelt haben, auf einen Fall in der Praxis an. Ein Beispiel dafür ist eine Bachelor-Abschlussarbeit, die bei dem Philips-Konzern ausgeführt wurde. Dort fallen während der Produktentwicklung Entscheidungen über die Architektur der Produkte.
Ein Produkt, wie zum Beispiel ein Handy, besteht aus einer Reihe von Baugruppen oder Komponenten. In der Produktarchitektur geht es darum, verschiedene Fragen zu beantworten, etwa um die Frage, welche Funktionen die Komponenten besitzen – wie z. B. Telefonieren, Radiohören, Fotografieren –, aus welchen Einzelteilen das Produkt aufgebaut ist – außer einem Akku, einer Frontplatte und einer Kamera –, und welche Funktionen in den Entwurf aufzunehmen sind, damit man später die Möglichkeit hat, neue Ausführungen auf den Markt zu bringen, das heißt: Wie ist die Mechanik aufgebaut, geht es noch kompakter?
Die Folgen dieser Entscheidungen machen sich in der ganzen Kette bemerkbar: bei den Mitarbeitern der Einkaufsabteilung, der Fertigung, der Marketingabteilung und so weiter. Im Zuge dieser Bachelor-Abschlussarbeit wurde eine Methode entwickelt, die es erlaubt, aus den während der Produktentwicklung gewonnenen Erfahrungen zu lernen und auf diese Weise für die Zukunft eine systematische Evaluierung der Produktarchitektur zu ermöglichen.

Abschluss

Nach Fertigstellung der Abschlussarbeit erhält der Student das Bachelor-Diplom, mit dem er sich Bachelor of Science (BSc) nennen darf. Er verfügt damit über eine abgeschlossene Grundausbildung von Weltniveau, die von der Niederländisch-Flämischen Akkreditierungsorganisation (NVAO, Nederlands-Vlaamse Accreditatie-organisatie) anerkannt wird, und qualifiziert sich für das Master-Studium.

Das Master-Studium

Hat der Student die Bachelor-Phase erfolgreich absolviert, so kann er seine Ausbildung an der Universität Twente sofort mit dem zweijährigen Master-Studium „Industrial Engineering & Management“ fortsetzen. Das gesamte Studienprogramm findet in englischer Sprache statt. Beendet wird die Master-Ausbildung mit einer Abschlussarbeit. Liegt diese vor, so erhält der Student das Master-Diplom und darf sich fortan „Master of Science“ (MSc) nennen.

Berufliche Perspektiven

Technische Betriebswirte sind häufig in der privaten Wirtschaft anzutreffen. Sie arbeiten vor allem in Stellungen, die Teil der Unternehmensleitung sind oder dieser sehr nahe stehen: Fertigungsleiter, Logistikleiter, Informationsleiter, Projektleiter, Finanzleiter, Marketingleiter, Produktleiter, Bereichsleiter und so weiter.

Natürlich wird aus dem frischgebackenen Absolventen nicht sofort „der Chef“. Den Anfang bildet meist eine Tätigkeit, mit der die Unternehmensleitung unterstützt wird. Möglichkeiten tun sich in Unternehmen aller Art auf, von Einzelunternehmen bis hin zu international operierenden Großkonzernen mit klingenden Namen wie Shell, Philips oder PricewaterhouseCoopers. Diese Unternehmen vertreten verschiedene Wirtschaftszweige, wie Petrochemie, Metallgewerbe, Bank- und Versicherungswesen, Beratungsbranche, Verkehr und Transport, Einzelhandel und Vertrieb, Behörden und gemeinnützige Vereine. Damit bleibt nur noch die Frage offen, was genau man werden kann.

Absolventen

Ein ehemaliger Student, der kürzlich seinen Abschluss gemacht hat, arbeitet als Praktikant für die Unternehmensleitung des niederländischen Stork-Konzerns. Stork bietet jedes Jahr ein spezielles Programm für Praktikanten an; eine kleine Gruppe von Berufseinsteigern erhält dabei die Möglichkeit, sich auf eine Führungsposition in diesem Konzern vorzubereiten.

Ein anderer Ex-Student arbeitet in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der niederländischen Marine. Die Marine ist die einzige Waffengattung in den Niederlanden, die ihr Material selbst bauen lässt. Es liegt auf der Hand, dass hier eine Aufgabe für den technischen Betriebswirt liegt.

Ein anderes typisches Beispiel ist eine frühere Studentin, die als Projektmitarbeiterin für Logistik bei einem großen Molkereikonzern tätig ist. Derzeit kümmert sie sich um die Neugestaltung der Lagerhalle, in der alle Molkereiprodukte untergebracht werden. Wie sich gezeigt hat, sind die in Twente geschulten technischen Betriebswirte auch sehr geschäftstüchtig; das jedenfalls kann man aus der großen Zahl von Studenten schließen, die – mit Erfolg – ein eigenes Unternehmen gegründet haben. Übrigens muss es nicht unbedingt ein Job in der Wirtschaft sein. Berater auf dem Gebiet der technischen Betriebswirtschaft sind auch bei staatlichen Arbeitgebern anzutreffen.

Anmeldung

Die Anmeldung für dieses Bachelor-Studium erfolgt über www.studielink.nl, wo man die Studienbezeichnung „Technische Bedrijfskunde“ (Technische Betriebswirtschaft) wählt.

Weitere Informationen zum Studium in den Niederlanden an der University of Twente

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