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Studium in Frankreich – Informationen zum Frankreichstudium

Studium in Frankreich
Studium in Frankreich

In Frankreich ist Hochschule nicht gleich Hochschule. Es besteht ein großer Unterschied im akademischen Anspruch und Ruf zwischen sogenannten „Universités“ und den berühmten „Grandes Écoles“. Von den ersteren hat Frankreich knapp über 90, während die französischen Kaderschmieden „Grandes Écoles“ auf eine geringere Zahl kommen. Die Universités sind vergleichbar mit Hochschulen oder Fachhochschulen in Deutschland. Die Grandes Écoles sind berühmt für ihre strenge Auswahl der Studenten und dafür, die Eliten des Landes hervorzubringen. Daneben gibt es noch ca. 200 sogenannte „Écoles d'Ingenieurs“, die sich um die Ausbildung zukünftiger Topingenieure kümmern. Es gibt auch eine relativ große Anzahl an Privathochschulen, viele davon im Bereich der Wirtschaftswissenschaften. Jedoch musst du für dein Studium in Frankreich gute Französischkenntnisse haben, denn in Frankreich wird das Studium praktisch überall fast nur auf Französisch abgehalten. Traditionell ist Frankreich eines der beliebteren Länder in dem Deutsche ein Auslandsstudium absolvieren. Das hängt wohl auch mit der Tatsache zusammen, dass viele deutsche Schüler Französisch lernen. Im Jahr 2006 waren knapp 5.000 Deutsche in Frankreichs Hochschulen zum Vollstudium eingeschrieben. Damit sind die Deutschen in Frankreich auf Platz sechs. Was du für dein Studium in Frankreich alles bedenken solltest, findest du auf den folgenden Seiten.


Studium in Frankreich – Bewerbungskriterien und Französischkenntnisse

Eine Bewerbung an einer französischen Hochschule ist eigentlich nicht sonderlich kompliziert. Man kann sich, bis auf die Fächer Medizin, Pharmazie oder Zahnmedizin in Paris, problemlos direkt bei der Hochschule bewerben. Dazu benötigst du nur dein auf französisch übersetztes Abiturzeugnis. Nur im Falle der Medizinstudiengänge, aber auch nur in der Region um Paris, muss man sich bei einer Zentralstelle bewerben. Der Zugang fürs erste Jahr ist aber Ausländern, die ihren Wohnsitz nicht in Paris oder Umgebung haben, leider verwehrt. Bei einigen Studiengängen herrschen zwar Zugangstests und Auswahlverfahren, aber auch diese gelten nur für eine gewisse Anzahl an Hochschulen. Bei den Grand Écoles ist das völlig anders, dort musst du dich auf ein hartes Auswahlverfahren und Prüfungen gut vorbereiten.

 

Eine zentrale Vorschrift über genaue Französischkenntnisse je Fach oder Hochschule gibt es jedoch nicht. Es kann aber sehr wohl vorkommen, dass die einzelnen Hochschulen Einganstests oder offizielle Nachweise verlangen. Dennoch ist es besser, einmal eine offizielle französische Sprachprüfung zu durchlaufen. Nach diesem Test kann man dann auch einfacher einen Studienplatz in Frankreich erhalten. Das sogenannten DELF-Diplom, das die Französischkenntnisse in Form eines Tests überprüft, kann man überall an den „Instituts Francais“ in Deutschland machen. Näheres erfährst du auch von den jeweiligen Hochschulen und auf den Webseiten der französischen Kulturinstitute in Deutschland. Die Studiengebühren sind jedoch in Frankreich noch recht gering. Sie betragen meist nur ca. 250 Euro pro Jahr an staatlichen Hochschulen für den Bachelor. Nur an den Grandes Écoles und den Privathochschulen kann man mit weit mehr als 1.500 Euro pro Jahr rechnen. Der Master schlägt meist mit zwischen 500 und 1.000 Euro zu buche.


Studium in Frankreich – Die Finanzfragen

Ein Studium in Frankreich kostet bisher nur sehr wenig. Die Studiengebühren belaufen sich pro Jahr auf weniger als 300 Euro. Das gilt aber nur für die staatlichen Universités.


Wohnung, Leben und Kultur sollten mit nicht mehr als ca. 600 bis 700 Euro pro Monat zu Buche schlagen. Jedoch kann Paris mit möglicherweise sehr viel höheren Mietpreise eine Ausnahme bilden. Je nachdem wie gut deine Französischkenntnisse sind, gelingt es vielleicht auch einen Nebenjob zu bekommen. Die Kosten für die staatliche Krankenkasse in Frankreich betragen pro Jahr 192 Euro. Auf diese Kosten solltest du dich daher finanziell vorbereiten.


Deutsche können in Frankreich glücklicherweise ihr Auslands-Bafög mitnehmen, das man abhängig vom Einkommen der Eltern für die Dauer seines Studiums in Frankreich bekommt. Mit dem Bafög ist man, sollten die Lebenshaltungskosten nicht zu hoch sein, schon ganz gut bedient. Neben Bafög gibt es auch noch Stipendiumsinformationen des Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Aber zudem gibt es für Studierende aus Deutschland auch die Möglichkeit, Bildungskredite und Bildungsfonds in Deutschland in Anspruch zu nehmen. Davon gibt es in Deutschland auch schon fast zehn Anbieter und die Zahl ist steigend.


Was und wie lange studieren Deutsche in Frankreich? Und wie sieht es aus mit der Anerkennung?

Deutsche in Frankreich studieren zu über 40% ganz klar die Sprache und Kultur. Danach folgen die Wirtschaftswissenschaften mit knapp 31%. Eine Aufteilung aller anderen Fächer ist nicht bekannt oder nicht nennenswert. 93% aller Hochschulen in Frankreich haben inzwischen auf das Bachelor- und Masterstudium umgestellt. Ebenso wie in Deutschland, dauert das Bachelorstudium drei Jahre, das Masterstudium zwei Jahre. Doch auch bei Fächern wie Medizin oder Zahnmedizin dauert das Studium in Frankreich meist wie bisher auch fünf oder sechs Jahre.


Je nachdem was du studierst und was du später beruflich machen möchtest, solltest du klären, ob dein Studium in Frankreich auch in Deutschland offiziell Anerkennung findet. Frankreich ist ein europäisches Land, in dem das European Credit Transfer System (ECTS) benutzt wird, um Leistungen aus dem Auslandsstudium zu vergleichen. Aber trotzdem solltest du klarstellen, dass deutsche Ämter deinen Bachelor oder Master aus Frankreich akzeptieren, besonders wenn du einen öffentlichen Posten haben möchtest. Gerade auch wenn du Arzt oder Rechtsanwalt werden möchtest oder einen anderen sog. geschützten Beruf ausüben möchtest, musst du dir im vornherein darüber im Klaren sein, dass die offizielle Anerkennung deiner Zeugnisse aus Frankreich besonders wichtig ist. Hole dir daher also schon mehr Informationen, bevor du dich um das Studium in Frankreich bewirbst. Auf der Webseite www.anabin.de kannst du auch schon jetzt Informationen darüber erhalten, welche französischen Hochschulen und Studiengänge in Deutschland anerkannt werden.


Studium in Frankreich - Fazit

In den letzten Jahren ist die Zahl der deutschen Studenten in Frankreich nur noch leicht gewachsen. Das hängt wohl damit zusammen, dass immer mehr Deutsche noch vor dem Abitur von Französisch auf Spanisch wechseln. Das mag sich vielleicht in Zukunft ändern, wenn das Hochschulsystem in ganz Europa reformiert wird. Auch der internationale Anspruch der staatlichen französischen Hochschulen hat in letzten Jahren stark zugenommen. Jedoch ist Frankreich für Deutsche aufgrund der immer mehr fehlenden Französischkenntnisse inzwischen immer weniger beliebt. Doch wer sich für die französische Sprache, Kultur und das berühmte „savoir vivre“ begeistert, sollte sich doch überlegen, in Frankreich zu studieren.

 

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