Industriedesign an der University of Twente Enschede in den Niederlanden studieren
Informationen über den Studiengang
Bachelor: 3 Jahre
Master: 2 Jahre
Produkte erfüllen eine bestimmte Funktion. Ein Fahrrad kann als Transportmittel dienen, mit dem man täglich zur Uni fährt; man kann aber auch Ferien auf dem Fahrrad machen. Es kann als Fitnessgerät fungieren, für Radrennen benutzt oder querfeldein durchs Gelände getrieben werden. Jede Anwendung bringt ganz bestimmte Anforderungen an das Fahrrad mit sich. Es soll nicht kaputtgehen und den Fahrer sicher tragen; man muss sich also auf die Konstruktion verlassen können. Zu schwer soll es auch nicht sein, weshalb es praktisch ist, wenn man über die infrage kommenden Werkstoffe Bescheid weiß. Das Mountainbike soll aussehen wie ein Geländefahrrad und das Kinderfahrrad wie ein Kinderfahrrad. Ein gutes Gefühl für Linienführung ist daher wichtig.
Die Bedienung der Produkte soll möglichst leicht und zweckmäßig sein. Das Fahrrad hat einen Lenker, Bremsen, Pedale und eine Gangschaltung. Damit der Benutzer diese Komponenten ohne Probleme bedienen kann, muss der Konstrukteur über ergonomische Kenntnisse verfügen. Produkte müssen sich zu einem konkurrierenden Preis herstellen lassen. Die Räder werden mit Speichen versehen, der Rahmen wird geschweißt, gelötet oder in einer Form gegossen. Und man braucht eine Portion produktionstechnisches Know-how. Doch das ist noch nicht alles. Das Fahrrad muss verkauft, verpackt und zu den Geschäften befördert werden. Die Kunden müssen wissen, dass es das Produkt gibt (Werbung), wie es funktioniert und welches Zubehör sie dafür bekommen können (Unterlagen). Der Industriedesigner ist dafür verantwortlich, dass all diese Punkte genau beachtet und richtig aufeinander abgestimmt werden. Und dabei ist ein Fahrrad noch ein recht einfaches Produkt...
„Hallo, ich bin Anke Renkens aus dem vierten Jahr Industriedesign. Eigentlich wollte ich erst Architektur studieren, hatte aber keine genaue Vorstellung. Nach dem Tag der offenen Tür an der Uni Twente habe ich beschlossen, einen ‚Schnuppertag‘ im Fach Industriedesign zu machen. Ich bekam einen sehr guten und sehr positiven Eindruck von dem Studiengang, den Fächern, den Menschen und der Atmosphäre. Industriedesign bedeutet nicht nur Zeichnen oder Entwerfen, man lernt auch viel über Marketing, Produktionstechniken, Materialien und Forschung. Außerdem kann man an der Universität Twente einfach superviele Dinge unternehmen, sei es nun Sport oder Kultur. Und Enschede ist eine tolle Studentenstadt. Ich würde also sagen: „Überleg dir, was dir Spaß macht, du tun möchtest, und dann entscheide dich!“
Anke Renkens, 4.Jahr
Die Entwicklung von Produktneuheiten und die Verbesserung existierender Produkte sind für Unternehmen eine Frage des Überlebens. Hier liegt das Arbeitsfeld – und der Mehrwert – des Industriedesigners. Der Studiengang Industriedesign wird von verschiedenen Hochschulen und Universitäten angeboten. Doch Studiengang ist nicht gleich Studiengang.
Industriedesign an der Uni Twente
Der wichtigste Grund, sich für eine Ausbildung in Industriedesign an der Universität Twente zu entscheiden, ist die zukunftsorientierte Ausrichtung dieser Ausbildung. In jedem Schritt, den die Studenten durchlaufen, von der ersten Produktidee bis zur Herstellung und der Markteinführung, wird erläutert, wie die Entwurfsarbeit verläuft. Zugleich wird immer wieder geprüft, wie zum Beispiel andere technische Möglichkeiten oder ein verändertes Marktumfeld in der Zukunft zu besseren Produkten führen können und in welcher Weise das Entwurfsverfahren diesen neuen Gegebenheiten angepasst werden kann. Die Studenten verlassen Twente als dynamische Designer, die über das Können verfügen, ein Unternehmen – etwa ein eigenständig operierendes Konstruktionsbüro – zu führen und ein Zukunftskonzept zu entwickeln.
Der kreative Ingenieur
Sie besitzen darüber hinaus die Fähigkeiten eines kreativen Ingenieurs, der sich bei allen Facetten des Produktentwicklungsprozesses auskennt. Denn es genügt nicht, einfach nur ein neues Produkt zu entwerfen. Wird es vom Markt überhaupt verlangt? Schließlich will man das Produkt verkaufen können. Es soll attraktiv aussehen, technisch gut funktionieren, von dem Benutzer leicht zu handhaben sein und sich rationell und zu einem konkurrenzfähigen Preis herstellen lassen. Ein Industriedesigner ist in der Lage, weiter in die Zukunft zu schauen, vorausschauend zu handeln und außerdem über die Grenzen des eigenen Berufsfeldes zu blicken. Kurz, als Industriedesigner aus Twente verleiht man der Zukunft Form – und das durchaus auch im wörtlichen Sinne.
Das Bachelor-Studium
Der Unterricht im Studium Industriedesign erfolgt in Form entwurfsorientierter Projektarbeit. Das bedeutet, dass in jeder Phase des Studiums ein Projekt im Mittelpunkt steht. Bei den Projekten handelt es sich um große und realitätsnahe Aufgaben, die von den Studenten in einem Entwurfsteam gelöst werden. Die Fächer werden nach Möglichkeit immer dann unterrichtet, wenn sie für ein Projekt relevant sind. Teamwork steht im projektbezogenen Unterricht an erster Stelle, denn auch im späteren Berufsleben wird oft eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Experten gefragt sein.
Basisfächer & Projekte
Parallel zu einer Reihe von Basisfächern verläuft stets eine Projektschiene. Das in den Basisfächern gesammelte Wissen findet in den Projekten sofort praktische Anwendung. Zu den Basisfächern zählen Mathematik, Erstellung von Skizzen, Mechanik, Produktionssysteme & Werkstoffauswahl, Formenlehre, Technisches Zeichnen sowie System- & Regeltechnik. In all diesen Fächern sowie in bestimmten Zusatzfächern wird auf wissenschaftliche Vertiefung geachtet, etwa durch das Lesen und Schreiben wissenschaftlicher Veröffentlichungen. Auf der Projektschiene laufen unterschiedlich lange Projekte, in denen die individuelle Entwicklung des Studenten einen immer wichtigeren Platz erhält. Projekte sind stets spezifischen Themen gewidmet, etwa einem Entwurf für bestimmte Zielgruppen oder einem Entwurf, der einer ganz bestimmten Funktion gerecht werden soll.
Beispiele für Bachelor-Abschlussarbeiten
Bis zum Ende des dritten Studienjahres lernt man vor allem, in einem Team zu arbeiten. Nur zum Ende des zweiten Jahres steht eine etwas größere Einzelaufgabe auf dem Lehrplan, doch der Rest ist noch recht freibleibend. Am Schluss des dritten Jahres dagegen haben die Studenten die Aufgabe, drei Monate lang eine Abschlussarbeit zu einem Thema aus der privaten Wirtschaft zu erstellen. Damit erhalten sie die Chance, zu zeigen, was sie gelernt haben. Und was geschieht? Nicht die Dozenten, sondern die Studenten selbst staunen darüber, wie viel das ist. Viele Ergebnisse der Abschlussarbeit fallen überraschend aus, und einige sind für das eingeschaltete Unternehmen sogar sehr gut brauchbar. Das Spektrum der Aufgaben ist enorm breit: Es reicht von einer Rollspitze für einen Blindenstock bis zu einem Stell- und Rückmeldegerät für die Büroklimatisierung und von einer Schnittstelle für die Selbstbedienung in Büchereien bis hin zu einem Zukunftskonzept für Zentralheizungskessel.
Das Master-Studium
Im Verlauf des zweijährigen Master-Studiums „Industrial Design Engineering“ kann sich der Student auf eine von verschiedenen Richtungen dieser Fachdisziplin spezialisieren, für die er sich interessiert. Zur Wahl stehen in diesem englischsprachigen Programm drei verschiedene Spezialisierungen. Näheres dazu findet sich unter graduate.utwente.nl.
Berufliche Perspektiven
Industriedesigner operieren auf verschiedenen Gebieten: in großen, mittleren und kleinen Unternehmen, bei den Herstellern von Konsumprodukten, aber auch in der Kapitalgüterindustrie, bei Ingenieurfirmen oder bei einem Anbieter von CAD/CAMSoftware. Nicht wenige Industriedesigner gründen ein eigenes Unternehmen und sind damit sehr erfolgreich. Auch Behörden und halbstaatliche Stellen sind als Arbeitgeber interessant. In diesen Sektoren ist man beispielsweise an Entwurf und Entwicklung von Produkten beteiligt oder leitet den gesamten Entwicklungsprozess. Man arbeitet als Produktentwickler, Konstrukteur, Berater oder Projektleiter bei größeren Entwicklungsaufträgen oder ist in der Fertigungsüberwachung oder vielleicht sogar im Forschungsbereich tätig.
Studien haben ergeben, dass in den Niederlanden großer Bedarf an Industriedesignern besteht, die in der Lage sind, intelligente Produkte zu entwerfen, und zugleich über umfassende Kenntnisse des gesamten Entwurfsverfahrens verfügen. Diese Rolle als „Spinne im Netz“ wird in der Zukunft noch wichtiger werden, denn die Technik entwickelt sich rasend schnell, und der Zeitraum, innerhalb dessen sich ein Produkt verkaufen lässt, wird immer kürzer. In der Zukunft werden, kurz gesagt, Ingenieure gefragt sein, die im Stande sind, über die Grenzen ihrer eigenen Fachrichtung hinaus zu denken und zu arbeiten.
Anmeldung
Die Anmeldung für dieses Bachelor-Studium erfolgt über www.studielink.nl, wo man die Studienbezeichnung „Industrieel Ontwerpen“ (Industriedesign) wählt.
Weitere Informationen zum Studium in den Niederlanden an der University of Twente
- Besuche das Hochschulportrait der University of Twente
- Hier gehts zum Bestellformular für eine Broschüre der Uni Twente














