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Studium Vermittlungswissenschaften (Sonderpädagogik & Mathematik)

Anna K. ist 20 Jahre jung und studiert Vermittlungs-wissenschaften an der Universität Flensburg in der gleichnamigen Stadt im Norden Deutschlands. Mit den fachlichen Schwerpunkten Mathematik und Sonderpädagogik möchte sie später gerne an einer Förderschule arbeiten. Neben dem Studium engagiert Anna sich für das Sozialprojekt "Rock Your Life!" und genießt es, dass sie ihren Stundenplan größtenteils selber zusammenstellen kann.

Was beinhaltet dein Studium tagtäglich?
Ich gehe an vier Tagen in der Woche in die Universität und höre mir dort Vorlesungen an, besuche Seminare und Übungen. In den Vorlesungen höre ich zu und schreibe mit. In den Seminaren ist es anders: Dort beteilige ich mich mündlich, halte Referate und arbeite verschiedene Aufgaben aus. Die Übungen beziehen sich auf Mathematik. Wir bekommen dort jede Woche einen Übungszettel, der dann besprochen wird. Jeden Freitag absolviere ich zudem noch ein Assistenzlehrer-Praktikum am Landesförderzentrum Hören in Schleswig. Das Praktikum verläuft in den ersten beiden Semestern begleitend zum Studium. Der Praktikumsplatz selbst wird von der Universität organisiert, so dass dieser nicht selbst gesucht werden muss.

Was machst du zurzeit?
Zurzeit nehme ich zusätzlich noch an dem Projekt „Rock Your Life!“ teil. Wir versuchen auch hier in Flensburg einen Standort für das Projekt aufzubauen. „Rock Your Life!“ unterstützt Hauptschüler in ihren letzten beiden Schuljahren indem den Schülern jeweils ein Student zur Seite gestellt wird. Diese helfen zum Beispiel dabei, Bewerbungen zu schreiben, geben Nachhilfe oder sind einfach für persönliche Gespräche da.
Auch an „Sinus“ nehme ich teil. Sinus steht unter dem Motto: Mathe-Unterricht mal anders. Uns werden neue und alternative Möglichkeiten aufgezeigt, wie man den Mathe-Unterricht gestalten kann. Dabei geht es weniger darum, wer am besten rechnen kann, sondern auch darum andere Stärken der Schüler mit einzubeziehen. Da bald Semesterende ist, rückt auch die Klausurphase immer näher. Ich muss bis Ende Juli also noch viel Stoff lernen.

Was gefällt dir besonders an deinem Studium?
An meinem Studium gefällt mir, nicht direkt ins Arbeitsleben eintreten zu müssen, wir stellen uns unsere Stundenpläne selber zusammen (natürlich gibt es auch Pflichtveranstaltungen) und jeder kann selbst entscheiden, wie viel Zeit er investieren möchte. Es gibt keinen eintönigen Alltag, viele neue Kontakte werden geknüpft, man lernt neue Leute kennen und, was mir besonders wichtig ist, ich wohne nicht mehr zu Hause, sondern bin in eine andere Stadt gezogen.

Was gefällt dir weniger?
Mir fällt eigentlich nichts ein, das mir nicht gefällt, da das Studium und allgemein das ganze Drumherum bis jetzt sehr gut ist. Außer vielleicht die Multiple-choice Klausuren, die wir in Sonderpädagogik zum Teil schreiben. Die gefallen mir weniger gut, doch das lässt sich nicht ändern.

Wie hast du von dem Studium erfahren?
Ich wollte gerne etwas mit Kindern machen, habe Praktika absolviert und mich dafür entschieden, Sonderpädagogin zu werden. Dafür ist ein Studium notwendig, also habe ich mich erkundigt, an welcher Universität das Fach Sonderpädagogik angeboten wird und habe mich daraufhin an der Uni Flensburg beworben.

Welche Optionen für die Zeit nach dem Abi kamen für dich sonst noch in Frage?
Ich hätte gerne noch ein Auslandsjahr gemacht. Ich wäre gerne als Entwicklungshelferin nach Afrika gegangen. Doch aufgrund von G8 habe ich mir überlegt, erst das Studium zu beginnen. Der NC ist für dieses Fach so schon gestiegen, darum hatte ich Angst, im Jahr 2011 keinen Studienplatz zu bekommen. Aus dem Auslandsjahr wird aber vielleicht noch ein Auslandssemester in 2012 / 2013.

Was war für dich ausschlaggebend, dich speziell für dieses Studium zu entscheiden?
Ich habe mehrere Praktika absolviert, nachdem für mich klar war, dass ich Lehrerin werden will. Unter anderem war ich auch an einer Förderschule. Das Praktikum hat mir dort so viel Freude bereitet, dass ich mich für den sonderpädagogischen Schwerpunkt entschieden habe.

Was bringt dir das Studium persönlich und für deine Zukunft?

Die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern war einfach so schön, dass ich mir vorstellen kann, dass mir dieser Job auch in Zukunft Spaß machen wird. Auch, finde ich, sind Sonderpädagogen in vielen Schulen Mangelware, sodass ich dem schon einmal entgegen gehen kann.

Würdest du dich wieder so entscheiden? Warum?

Ich würde auf jeden Fall wieder studieren gehen. Vor allem hier an der Universität Flensburg. Es ist eine recht kleine Uni, doch gerade das finde ich sehr schön. Auch die Fächerwahl würde ich immer wieder so treffen. Mathe ist zwar sehr zeitraubend, aber es macht richtig Spaß. Zudem legen wir den sonderpädagogischen Schwerpunkt erst im Master fest. Das finde ich sehr gut, da mir dadurch noch Zeit bleibt zu schauen, was wirklich zu mir passt.

Schon eine Idee wie es danach weitergehen soll?

Ich strebe einen Masterplatz an der Universität an und danach eine Referendariatsstelle, damit die Ausbildung zur Lehrerin abgeschlossen werden kann.




Herzlichen Dank für das Interview!


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