Au Pair in den USA
Nach ihrem Abitur in 2009 flog Rena B. über den großen Teich, um im schönen Staate Massachusetts als Au Pair die US-amerikanische Kultur kennen zu lernen. Im Interview berichtete die inzwischen 21-jährige, warum sie die Entscheidung wieder treffen würde und was sie für die Zukunft plant.
Was beinhaltete das Au Pair tagtäglich?
Ich habe mich darum gekümmert, dass die Kinder stets beschäftigt waren und es ihnen gut ging. Bei meiner Ankunft waren die drei Jungs fünf Wochen, 13 Monate und 3,5 Jahre alt. Ich habe für die Kleinen gekocht, die Gerichte klein geschnitten und mit dem Fläschchen gefüttert. Außerdem wollten Wehwechen versorgt werden und die Kinder mussten jeden Abend gebadet werden. Natürlich gehörte es auch schon mal dazu, die Pampers zu wechseln und Wäsche zu waschen. Den Ältesten habe ich auch zum Hockeytraining gefahren und angefeuert. Außerdem habe ich den Jungs ein wenig Deutsch beigebracht.
Was hat dir dabei besonders gut gefallen?
Der Umgang mit den Kleinen und ihnen beim Aufwachsen zu zu sehen! Mittlerweile sind die drei 1,5, 2,5 und fünf Jahre alt. Es war schön, die Anerkennung der Kleinen zu bekommen und mit ihnen zu spielen. Mit meiner Gastmutter und den Dreien war ich oft unterwegs! Wir sind sogar mit der gesamten Gastfamilie in den Urlaub geflogen, um die Verwandschaft der Familie zu besuchen. So konnte ich viele verschiedene Menschen und neue Ecken Nordamerikas kennenlernen! Als AuPair hat man monatliche Treffen. Dabei trifft man Mädels und Jungs aus der ganzen Welt und schließt Freundschaften!
Was hat dir weniger gefallen?
Pampers zu wechseln ist eindeutig keine meiner Lieblingsbeschäftigungen (lacht). Ansonsten kann ich mich nicht beklagen. Klar, hin und wieder ging auch mal etwas daneben, aber die Jungs waren durch die Erziehung ihrer Eltern große Helfer und keine verwöhnten Zwerge.
Wie hast du von der Möglichkeit des Au Pair Jahres erfahren?
In meiner Schule lagen damals Prospekte vom Au Pair Anbieter aus und da habe ich direkt Reiselust bekommen.
Wären für dich noch andere Optionen für die Zeit nach dem Abi in Frage gekommen?
Klar, ich hätte direkt eine Ausbildung oder ein Studium beginnen können, wusste aber zu der Zeit nicht, was ich in Zukunft beruflich machen will. Die Au Pair Zeit hat mir Raum gegeben, mich selbst besser kennen zu lernen. Während dieser Erfahrung bin ich erwachsener geworden und habe meine Richtung gefunden! Nach 1,5 Jahren in Amerika habe ich mein Selbstbewusstsein weiter gestärkt und neue Seiten an mir entdeckt. Selbst unmögliche Sachen wurden plötzlich möglich!
Was war für dich ausschlaggebend, dich für das Au Pair Jahr zu entscheiden?
Meine Reiselust und das Interesse an Amerika hat mich dazu gebracht, mich für das Au Pair Jahr anzumelden. Die ersten Vorbereitungstreffen in Bremen und sehr positive Gespräche mit meiner Gastfamilie haben mich meine Koffer packen lassen. Außerdem kam die Begeisterung der englischen Sprache hinzu.
Was bringt dir die Au Pair Zeit persönlich und für deine Zukunft?
Mir persönlich hat es viel gebracht! Ich habe eine grandiose zweite Heimat, eine ganze Familie und unter den anderen Au Pairs viele neue Freunde gewonnen. Außerdem bin ich noch selbstständiger, erwachsener und selbstbewusster geworden und gehe ohne Angst auf Neues zu. Viele Erfahrungen, Bilder und Erinnerungen sind in mein Gedächtnis eingebrannt und unvergesslich! Mein Englisch ist professionell und ich bin mir meiner eigenen Schwächen und Stärken bewusster!
Würdest du dich wieder so entscheiden?
Ich würde auf jeden Fall die gleiche Entscheidung wieder treffen! Ich bereue nichts und wenn andere meinen, diese 1,5 Jahre wären verschwendete Zeit gewesen, ist das Neid oder sie sind einfach zu schüchtern, es selbst auszuprobieren! Klar, am Anfang plagt das Heimweh, aber da helfen die neu gefundenen Freunde und die Gasteltern. Als ich Heimweh hatte, haben sie mich dann mal in den Arm genommen. Ich war kurz davor direkt nach meiner Amerikazeit ein weiteres halbes Jahr als Au Pair zu arbeiten und zwar in Australien. Das habe ich aber nicht gemacht, weil ich wusste, was ich beruflich machen will. So habe ich mich für ein freiwilliges Praktikum beworben, um mir der Sache hundertprozentig sicher zu sein. Ehrlich gesagt, habe ich mich aber auch gefürchtet, mich noch einmal von einer tollen Gastfamilie verabschieden zu müssen.
Hast du schon eine Idee, wie es weitergehen soll?
Ich habe eine Ausbildungsstelle zur Krankenpflegerin zugesichert bekommen. Eventuell ist es sogar möglich, diese mit einem dualen Studium zu kombinieren, aber die Gespräche stehen noch aus.
Viel Erfolg dabei und herzlichen Dank für das Interview!














